Die Irrungen des Dr. Stefan T.

Orginalausgabe: Ctas Nieutracony, erschienen bei Wydawnictwo Literackie, 1955

Aus dem Polnischen von Caesar Rymarowicz

Deutschsprachige Ausgabe erschienen bei Verlag Volk und Welt (1959)

Eine günstige Gelegenheit bietet sich im Frühjahr 1940 dem jungen polnischen Arzt Stefan Trzyniecki: Er bekommt eine Anstellung in einer Irrenanstalt irgendwo auf dem Lande. Wie eine stille Insel ist diese Anstalt, die Wirren der Zeit dringen nicht bis dorthin. Stefan fühlt sich wohl, wenngleich nicht nur die Patienten, sondern auch manche Ärzte recht verschroben sind. Aber das merkt Stefan nicht; er glaubt, allen Schwierigkeiten entgangen zu sein, bis es eines Tages für ihn ein grausiges Erwachen gibt. Die SS ,,säubert" die Heilanstalt, um ein eigenes Lazarett einzurichten. Stefan und die Ärztin Nosilewska entkommen, aber bald trennen sich ihre Wege.
Viele Menschen lernt Stefan in den folgenden zehn Jahren kennen Verräter, Verbrecher, Nutznießer, aber auch anständige, aufrechte Männer und Frauen, die ihr Vaterland lieben und es ohne Rücksicht auf sich selbst gegen alle äußeren und inneren Feinde verteidigen. Häufig irrt der junge Arzt, selbst seine bittere Erfahrung im KZ öffnet ihm nicht die Augen, und sogar in der Zeit des Aufbaus nach dem Krieg bleibt er gleichgültig, nur in seine Arbeit an einer Frauenklinik eingesponnen, ohne einen Blick, ja ohne Verständnis für das, was rings um ihn geschieht. Ein Glück, daß er immer wieder Menschen findet, die ihm helfen - nicht zuletzt die Ärztin Nosilewska, die er nach langen Jahren in Warschau wiedertrifft.
Die zehn Jahre sind für Stefan und die Angehörigen der jungen polnischen Intelligenz, für die seine Entwicklung charakteristisch ist, keine verlorene Zeit; trotz aller Irrungen findet er schließlich den richtigen Weg.

VVW


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