Orginalausgabe: Kongress Futurologiczny, erschienen bei Wydawnictow Literackie, Kraków 1978
Aus dem Polnischen von Roswitha Matwin-Buschmann
Deutschsprachige Ausgabe:
Zwar gehört dieser neuerliche Erlebnisbericht des Kosmosreisenden
Ijon Tichy, der 1970 niedergeschrieben wurde, in den Zyklus der "Sterntagebücher",
doch muß sich der Professor diesmal mit einem Abstecher in die nähere
Zukunft begnügen: Professor Tarantoga beordert seinen Freund Tichy,
der sich irdischen Dingen gern entzieht, sozusagen zu pädagogischen
Zwecken zum VIII. Weltkongreß der Futurologen, der in den achtziger
Jahren in Nounas, der Hauptstadt von Costaricana, einberufen wird und urbanistische,
ökologische, atmosphärische, energetische, technologische und
politische Konfliktsituationen zum Thema hat.
Was sich während dieses Kongresses im Hilton-Hotel und in Costaricana
abspielt, wie Ijon Tichy im Fäkalienbunker des Hotels landet und sich
nach grauenhaften Alpträumen im Jahr 2039 in einer durch "Halluzinogene"
benebelten neuen "Psyvilisation" wiederfindet, wie er schließlich
ins Jahr 2098 gerät, aus dem er sich nur noch durch selbstmörderischen
Sturz aus dem Fenster retten zu können glaubt, das bildet den Inhalt
dieser spannungsgeladenen Geschichte aus den "Erinnerungen Ijon Tichys".
Seit nunmehr dreißig Jahren reist Lems Lieblingsheld Ijon Tichy
durch Raum und Zeit, und seit seinen ersten "Sterntagebüchern", die
1961 als schmales Bändchen von 157 Seiten erschienen, haben sich seine
Reiseberichte zu einem beachtlichen umfangstarken Werk vervielfältigt:
Zu den Tagebüchern kamen kontinuierlich Tichys Erinnerungen sowie
außerordentliche Begebenheiten, die er in Erzählungen fixierte
und die 1973 gesammelt herausgegeben und in erweiterter Form mehrmals nachaufgelegt
wurden. Mit dem 1 970 in Polen erschienenen "Futurologischen Kongreß"
sprengten Ijon Tichys Erzählfreude und Phantasie schließlich
den Rahmen der kurzen Form und weiteten seine Erlebnisse zum Roman aus,
der nunmehr gesondert verlegt wird, aus technischen Gründen nach dem
wohl bedeutendsten Werk Stanislaw Lems "Der Lokaltermin", der 1985 u.a.
bei Volk und Welt erschien und in dessen Miittelpunkt der um dreißig
Jahre ältere, um viel Erfahrung und Skepsis reichere Ijon Tichy steht,
der nur eines nicht verloren hat: seinen Witz und seinen Humor. So ist
zu erwarten, daß "die Polsterung des linken Schreibtischschubfachs
Ijon Tichys mit dem Manuskript seiner unveröffentlichten Ärbeiten"
noch viele Überraschungen birgt.
VVW
Diese Grafik stammt aus der Examensarbeit von Albert Almering.