Phantastik und Futurlogie II

Orginalausgabe: Fantastyka i futurologia (1964)

Aus dem Polnischen von Edda Werfel

Deutschsprachige Ausgabe:

Die Science-fiction könnte zum Exerzierplatz neuer, auch philosophischer Versuche werden (zur Domäne der "phantastischen Philosophie", von der Borges träumte), zum Asyl einer soziologisch orientierten Phantasie und zur Brutstätte oder zum Aufbewahrungsort für Einfälle, die kritisch zu überprüfen die Wissenschaft noch nicht imstande ist.

Stanislaw Lem


Für Stanislaw Lem ist die Science Fiction vor allem ein Arsenal ungenützter Chancen; er wirft ihr vor, daß sie die Herausvorderungen, die Wissenschaft und Technik an den Menschen und seine Kultur herantragen, nicht aufnimmt und daß sie Probleme allenfalls benennt, ohne sie in die Struktur ihrer Erzählungen einzugliedern. Im einzelnen analysiert Lem im zweiten Band seiner umfangreichen Untersuchung der SF, nach dem er im ersten Band den theoretischen Grundstein gelegt hat, die wichtigsten Themen- und Motivkreise der Science Fiction: globale Katastrophen, Roboter und Menschen, Kosmos und Phantastik, die Metaphysik der SF und die Futurlogie des Glaubens, Erotik und Sex in der utopischen Literatur, Mensch und Übermensch. Auch das literarische Experiment in der Science Fiction-Literatur, von Ray Bradbury bis J. G. Ballard, kommt nicht zu kurz. Lem beleuchtet auch das Verhältnis von Utopie und Futurlogie, würdigt die phantastische Philosophie von Borges und Stapledon und entwirft Modelle für eine anspruchsvollere Science Fiction.

Suhrkamp


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