Orginalausgabe: Prowokacja
Aus dem Polnischen von Henryk Bereska
Deutschsprachige Ausgabe:
Gegenstand des Essays "Provokation", der sich als Besprechung
des angeblich 1982 in Göttingen erschienenen, von dem nichtexistenten
Historiker und Anthropologen Horst Aspernicus verfaßten zweibändigen
Werkes "Der Völkermord" tarnt, ist der faschistische Völkermord
an den europäischen Juden, seine Ursachen, seine Geschichte ("Endlösung
als Erlösung") und seine Folgen ("Fremdkörper Tod"), "eine bisher
nie dagewesene historiosophische Hypothese über die verkannten Wurzeln
des Völkermords und der Rolle, die der Tod, insbesondere der Massentod
in der menschlichen Kultur aller Zeitalter bis zum heutigen Tag gespielt
hat", wie Lem im Februar 1983 in dem Abriß "Mein Leben" schrieb,
der diesem scharfsinnigen und intelligenten Essay beigefügt ist. In
ebendieser Auto(r)biographie bekennt der zwar enttäuschte, aber keinesfalls
verzweifelte Weltverbesserer Stanislaw Lem, der das Gewissen der Menschen
aufrütteln möchte, damit es sich nie wieder beruhige: "Ich glaube
nämlich nicht, daß die Menschheit ein für immer hoffnungsloser
und unheilbarer Fall ist."
VVW
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