Orginalausgabe: Bajki robotow, erschienen bei Wydanictow Literackie, Krakow (1964)
Erschienen bei
Enthält folgende Erzählungen:
Jedes einzelne von Lems Robotermärchen ist ein Musterstück spielerischen und anspielungsreichen, beispiellos erfinderischen und souverän parodistischen Erzählens, das jedenfalls in einem Punkt kein Zweifel läßt: Science-fiction bietet Möglichkeiten, die weit über die Grenzen der Konsumliteratur hinausweisen; Science-fiction ist eine Möglichkeit, aktuelle Literatur im vollen Anspruch des Wortes zu entwerfen
Heinrich Vormweg
Als Klebäugler, Teignasen und Bleichlinge treten die Menschen in diesen futuristischen
Märchen, die vorgeblich Roboter für Roboter geschrieben haben, in Erscheinung. Unsere
metallenen und kristallischen Brüder haben das Joch der Menschen abgeschüttelt und sind
in den Kosmos entfleucht. Die schrecklichsten unter ihren ergötzlichen und feinsinnigen
Märchen und Mythen handeln von Kämpfen mit dem entsetzlichen Bleichling, einem Ungeheuer,
das durch seinen bloßen Anblick jeden anständigen Roboter zum Rosten bringen kann.
Poetische Erfindungsgabe verbindet sich im Werk von Lem mit spekulativer Kraft und
wissenschaftstheoretischer Erfassung von Zukunftsproblemen. Die letzte Realität der
Robotermärchen ist indessen nicht die Wissenschaft, sondern die Sprache, und die
Robotermärchen sind brilliante Sprachkunstwerke, die an Variationsreichtum und
Schlüssigkeit der Parodie, an Wortwitz und sprachlicher Virtuosität ihresgleichen suchen:
raffiniert ausgesponnene Lügenmärchen vom Wunderbaren und Kuriosen, das sich in den
Zwischensternländern findet.
Suhrkamp