Die Technologiefalle

Orginalausgabe: Tajemnica chinskiegopokoju, 1968

Aus dem Polnischen von Albrecht Lempp

Deutschsprachige Ausgabe:

Vieles von dem, was heute Wirklichkeit geworden ist, hat der polnische Zukunftsforscher und Science-Fiction-Autor Stanislaw Lem vor mehr als drei Jahrzehnten in phantastischer Formulierung vorweggenommen. Heute unterzieht er die technische Entwicklung, die Biotechnologie und Gentechnik, die Informationstechnologie und die sogenannte Künstliche Intelligenz einer strengen Prüfung.
Seine damals entwickelten Ideen und Prognosen werden im Abstand von 30 Jahren am aktuellen Stand von Theorie und Technik gemessen; du sie erweisen sich als verblüffend aktuell, vieles hat sich bewahrheitet. Der Fortschrittsoptimismus von damals ist jedoch gedämpft. Die Ambivalenz, mehr noch, die Zweifelhaftigkeit dessen, was als "Fortschritt" ausgegeben wird, tritt in Lems Essay deutlich hervor. Als Paradigma, an das alles Menschengemachte nicht heranreicht, erscheint die natürliche Evolution. Die Techno-Evolution hat kaum eine Chance, deren Vollkommenheit zu erreichen, und jedes gelöste Problem lässt neue Probleme entstehen.
Stanislaw Lem betont in seinem neuen Buch, die ethische Dimension unseres kollektiven Handelns und sieht in manchen aktuellen Ausformungen der technischen Entwicklung einen Moralverlust. Auch seine eigenen Projektionen stellt er unter das Postulat der Menschlichkeit, und er lässt sich im Zeitalter postmoderner Beliebigkeit seine moralische Ernsthaftigkeit nicht abkaufen.

Suhrkamp


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